NUSSBAUM Award: Eine Auszeichnung für zukunftsfähiges Ehrenamt
Zukunftsorientiert, engagiert, vorbildlich und jung (geblieben).
Ehrenamtliche Vereins-Strukturen modernisieren ist das A und O für einen zukunftsfähigen Verein. Der NUSSBAUM Award zeichnet alle zwei Jahre einen gemeinnützigen Verein in Baden-Württemberg aus, der sich zukunftsorientiert aufgestellt hat und den alle Generationen cool, attraktiv und modern finden. Der Jugend-Award geht an besonders vorbildliche Jugendgruppen.
Eine unabhängige Jury nominiert unter den Bewerbern für die NUSSBAUM Award drei Vereine. Der Gewinner des Preises wird bei der Verleihung bekanntgegeben. Auf die gleiche Weise wird auch der Jugend-Award verliehen.
And the winner is... NUSSBAUM Award 2026 würdigte Vereine aus BW mit Weitblick
172 Bewerbungen von Vereinen aus ganz Baden-Württemberg zeigten die beeindruckende Vielfalt des Engagements und auch bei der Preisverleihung am Freitag, 18. September 2026, in St. Leon-Rot warteten auf einige von ihnen überraschende Momente.
In den Räumlichkeiten von NUSSBAUM Medien waren Nominierte, Stifter und Ehrengäste zusammengekommen, um die Preisträger zu verkünden und zu würdigen.
Pfadfinder bauen sich ihr „Pfadi-Heim“ selbst
Der NUSSBAUM Award 2026 ging an die Pfadfinderinnen und Pfadfinder vom Stamm Stettenfels. Seit mehr als 50 Jahren leisten sie in Untergruppenbach und den umliegenden Gemeinden wertvolle Kinder- und Jugendarbeit. Als sie ihr Vereinsheim aufgeben mussten, standen sie vor einer großen Herausforderung. Sie entschieden sich, nicht aufzugeben und bauten mit kreativen Aktionen und Eigenleistung in nur zwei Jahren ein neues Vereinshaus auf. „Ihr unbeugsamer Wille, einen Ort für Kinder und Jugendliche neu zu schaffen, ist vorbildlich und preiswürdig“, würdigte der Verleger und Stifter Klaus Nussbaum dieses beispielhafte Engagement. Mit dem NUSSBAUM Award ist ein Preisgeld von 5.000 Euro verbunden.
„Diese Unterstützung ist für uns nicht selbstverständlich“, sagte Laura Kuder vom Stamm Stettenfels mit großem Dank an die NUSSBAUM Stiftung. Für seine beeindruckenden Leistungen und zukünftigen Aktionen wird der Verein das Preisgeld gut einsetzen können. Übung darin, in Eigenleistung ein Vereinshaus aufzubauen, haben sie schon.
Beispielhafte Aktionsgruppe erhält Jugend-Award
Den mit der gleichen Summe dotierten NUSSBAUM Jugend-Award verlieh die Jury in diesem Jahr der Aktionsgruppe Chamäleon aus Lichtenwald. Die jungen Engagierten überzeugten mit Teamgeist, Beharrlichkeit und der Bereitschaft, Verantwortung zu übernehmen. Mit ihrer selbst gestalteten Outdoor-Action-Area haben sie einen Ort geschaffen, den sie auch anderen jungen Menschen und Vereinen für gemeinschaftliche Aktivitäten zur Verfügung stellen. Darüber hinaus engagiert sich die Aktionsgruppe bei Veranstaltungen zu gesellschaftlich relevanten Themen und bei generationenübergreifenden Projekten. Besonders beeindruckten die Jury die Graffiti-Projekte gegen Ausgrenzung und Extremismus. Die Aktionsgruppe Chamäleon zeigt damit, wie junge Menschen ihr Umfeld aktiv mitgestalten und mit eigenen Ideen gesellschaftliche Themen sichtbar machen können.
Die Preisträger des Jugend-Awards bündeln mehrere Vereine. Constanze Pfaff, Gründerin der Aktionsgruppe, sieht in vereinsübergreifender Kooperation den Weg zum Erfolg: „Bei uns ist mit Musik, Sport und Sozialem alles vertreten und wir sind stolz, diese Power zu bündeln. Ohne Jugendarbeit würden Vereine nicht funktionieren.“ Ihr Respekt gebührte an dem Abend auch den weiteren Nominierten.
Der lange Applaus der Gäste machte deutlich, wie groß die Anerkennung für die jungen Award-Trägerinnen und Träger war.
Ehrenpreis für den Tierschutz in Rottweil
Mit einer großzügigen Geste und einem spontanen Ehrenpreis überraschte Klaus Nussbaum an dem Abend den Tierschutzverein Rottweil und Umgebung. Der mehr als 140 Jahre alte Verein beeindruckte ganz praktisch durch seinen täglichen Einsatz für den Tierschutz und zugleich durch einen bemerkenswerten Wandel: Denn nach 90 Jahren wählte der Verein erstmals eine Frau zur Vorsitzenden, nachdem dies qua Satzung - kaum vorstellbar - zuvor unmöglich war. Gleichzeitig veränderte er seine Strukturen und stellte sich damit neu für die Zukunft auf. Klaus Nussbaum würdigte diesen Wandel als „fast spektakulär“. Doch hinter der Veränderung steht das beständige Engagement. Denn Tierschutz bedeutet, Verantwortung übernehmen, Mitgefühl leben und denen eine Stimme geben, die keine eigene haben. Der Ehrenpreis ist mit 3.000 Euro dotiert.
Katharina Ott, im Vereinsvorstand aktiv, gab Einblicke in die Arbeit der traditionsreichen Tierschützer, die sich um Kleintiere kümmern und zukunftsorientiert engagieren: „KI und Social Media kommen bei uns gezielt zum Einsatz.”
172 Geschichten von Menschen, die etwas bewegen
Award-Stifter Klaus Nussbaum und Landrat Manuel Just, Schirmherr der Auszeichnung, würdigten das überdurchschnittliche Engagement der Ehrenamtlichen in den Vereinen. „Hinter jeder der 172 Bewerbungen um den Award verberge sich eine Geschichte aus Leidenschaft, Mut und dem Willen, etwas zu bewegen. Die Bewerbungen machen deutlich, wie vielfältig und ideenreich das Ehrenamt in Baden-Württemberg ist“, sagt Klaus Nussbaum.
Spontanes Preisgeld für Nominierte
Weil die Qualität der Bewerbungen außergewöhnlich hoch war und die nominierten Vereine in der Bewertung eng beieinanderlagen, entschied Klaus Nussbaum spontan, auch ihnen ein Preisgeld zu überreichen. Jeweils 2.500 Euro erhielten so auch der TSV Ohrnberg 1921 e.V. aus Öhringen und der Musikverein Wannweil 1908 e.V. für ihre Award-Nominierung. Für den Jugend-Award nominiert waren der Jugend-Kultur-Punkt BLU e. V. aus St. Leon-Rot und die [U25] Suizidprävention aus Biberach an der Riß. Auch sie wurden mit jeweils 2.500 Euro ausgezeichnet.
Da Bilder mehr sagen als tausend Worte stellen wir hier alle Nominierten vor und lassen sie selbst zu Wort kommen.
TSV Ohrnberg 1921 e.V. aus Öhringen-Ohrnberg
Jugend-Kulturpunkt BLU e.V. aus St. Leon-Rot
Aktionsgruppe Chamäleon aus Lichtenwald
Pfadfinder Stamm Stettenfels aus Untergruppenbach
Musikverein Wannweil e.V. aus Wannweil
Tierschutzverein Rottweil e.V. aus Rottweil
[U25] Suizidprävention aus Biberach an der Riß
Herzlichen Glückwunsch an alle nominierten Vereine!
NUSSBAUM Award
Der NUSSBAUM Award zeichnet Vereine und Organisationen in Baden-Württemberg aus, die in besonderem Maße auf die Sicherung der Zukunft des Ehrenamts ausgerichtet sind. Dazu zählen vor allem die Nachwuchsgewinnung, die Bestandssicherung der engagierten Mitglieder, die Vernetzung mit Partnern, die Digitalisierung und die nachhaltige Sicherung des Vereinslebens. Die NUSSBAUM Stiftung will mit dem Award einen landesweiten Impuls setzen, um das Ehrenamt in seinem Bestand zu sichern, es zu verjüngen und attraktiv zu machen. Der Award ist mit 5.000 € dotiert.
NUSSBAUM Jugend-Award
Der NUSSBAUM Jugend-Award richtet sich an ehrenamtlich engagierte junge Menschen im Alter von 14 bis 24 Jahren in Baden-Württemberg. Er zeichnet Jugendgruppen aufgrund ihres Vorbildcharakters aus, die in Vereinen oder auf eigene Initiative regional ein solidarisches Miteinander pflegen, eine lebenswerte Zukunft gestalten und so zur Weiterentwicklung der Gesellschaft und deren Zusammenhalt beitragen. Er ist mit 5.000 Euro dotiert.
---
Der NUSSBAUM Award wird alle zwei Jahre vergeben. Er ist mit 5.000 € dotiert.
Die Award-Verleihung findet 18. September 2026 statt.
---
Der Jugend-Award wird ebenfalls alle zwei Jahre gemeinsam mit dem NUSSBAUM Award verliehen. Er ist mit 5.000 € dotiert.
Der Jugend-Award wird ebenfalls am 18. September 2026 verliehen.
Die Jury
Die Jurorinnen und Juroren sind:
Gabriele Reichhardt, Vorsitzende der Allianz für Beteiligung e.V.
Susanne Ebert, Leiterin der Schmid Stiftung
Christoph Palm, Präsident des Landesmusikverbandes Baden-Württemberg
Jürgen Scholz, Präsident des Landessportverbandes Baden-Württemberg
Klaus Nussbaum, Verleger und Stifter
Warum NUSSBAUM Award?
Für den Verleger und Stifter Klaus Nussbaum gehört das Ehrenamt zu den unerlässlichen Bestandteilen des Zusammenlebens in unserer Demokratie. Um dieses Ehrenamt zu stärken und dazu beizutragen es sozusagen zukunftssicher zu machen, verleiht er ab 2024 alle zwei Jahre den NUSSBAUM Award.
“Nichts würde in unserem Land funktionieren, hätten wir nicht die unermesslich große Zahl an Menschen, die sich für andere einsetzen und unser soziales Gefüge, unsere Bildung, Kultur, den Sport... schlichtweg alles wie ein großes Mosaik zusammenfügen und zusammenhalten.“

Klaus Nussbaum
Geschäftsführer NUSSBAUM Medien und
Stifter der NUSSBAUM Stiftung
“Wer sich ehrenamtlich engagiert, gestaltet aktiv Zukunft. Der NUSSBAUM Award ist ein starkes Zeichen der Wertschätzung für diesen unver-zichtbaren Einsatz.“

Manuel Just
amtierender Landrat des Rhein-Neckar-Kreises
Schirmherr der Veranstaltung
Herausforderung Ehrenamt: Vereine im Wandel für eine Zukunft mit Engagement
Dr. Holger Backhaus-Maul, Forschungsinstitut Gesellschaftlicher Zusammenhalt und Zentrum für Sozialforschung an der Universität Halle-Wittenberg
Prof. Dr. Karsten Speck, Institut für Pädagogik, Fakultät Bildungs- und Sozialwissenschaften, Carl von Ossietzky Universität Oldenburg
Strukturen, Herausforderungen und Entwicklungsperspektiven des freiwilligen Engagements
Wettbewerbe und Awards sind ein geeignetes Instrument, um das freiwillige Engagement von Bürgern zu unterstützen. Durch öffentliche Anerkennung und Auszeichnung werden innovative Ideen und Projekte sichtbar gemacht, etwa in den Bereichen Mitgliedergewinnung und Rekrutierung von ehrenamtlichen Leitungs- und Führungskräften, Kooperationen im Sozialraum sowie Weiterentwicklungen von Vereinskultur und -strukturen.
Auch wenn diese Formate eine nachhaltige finanzielle und infrastrukturelle Förderung von freiwilligem Engagement nicht ersetzen können, tragen sie dazu bei, erfolgversprechende Praxisbeispiele zu verbreiten und zu skalieren.
Das gemeinnützige Vereinswesen in Deutschland steht aktuell vor vielfältigen strukturellen Aufgaben und Problemen. Breit dokumentierte Praxiserfahrungen und empirische Befunde aus den Erhebungen des Stifterverbandes für die Deutsche Wissenschaft und auch des Freiwilligensurveys verdeutlichen unter anderem folgende Probleme:
- eine hohe Altersstruktur in Leitungs- und Führungspositionen,
- Leitungs- und Führungspositionen sind mehrheitlich von Männern besetzt,
- die soziale und kulturelle Heterogenität der Mitgliedschaft ist unzureichend und
- konventionelle Gremien- und Entscheidungsstrukturen sind für jüngere Zielgruppen kaum attraktiv.
Diese Faktoren wirken sich ungünstig auf die Zukunftsfähigkeit von Vereinen aus.
Gleichzeitig zeigen Daten des Freiwilligensurveys, dass das Niveau freiwilligen Engagements in Deutschland hoch ist. Mehr als 40 Prozent der Bevölkerung engagieren sich freiwillig; ein Drittel war früher engagiert oder signalisiert die Bereitschaft, sich zukünftig engagieren zu wollen.
Vor diesem Hintergrund ist nicht von einem quantitativen Rückgang des Engagements, sondern vielmehr von einem qualitativen Wandel im Engagement auszugehen. Engagement vollzieht sich zunehmend
- individualisierter,
- anlass- und projektbezogener
-
sowie in informellen und digitalen Kontexten.
Neben dem klassischen Verein gewinnen damit auch Initiativen, Netzwerke und hybride Organisationsformen an Bedeutung.
Freiwilliges Engagement ist Bestandteil und Ausdruck gesellschaftlicher Entwicklungen und bildet auch bestehende soziale Ungleichheiten ab. So spiegeln sich Unterschiede in Bildung, Einkommen und sozialer Teilhabe in den Zugangschancen zum Engagement und den gewählten Handlungsfeldern und Formen des Engagements wider.
Freiwilliges Engagement ist daher nicht per se als Korrektiv sozialer Ungleichheit zu verstehen, sondern trägt auch zu dessen Reproduktion bei. Daraus ergibt sich für die Engagementförderung die Notwendigkeit, Zugangsbarrieren zum Engagement in den Blick zu nehmen und abzubauen.
Vor dem Hintergrund der skizzierten Entwicklungen wird deutlich, dass aktuelle Aufgaben und Probleme im Engagement weniger auf eine mangelnde Engagementbereitschaft zurückzuführen sind, sondern auf Passungsprobleme zwischen bestehenden Organisationsstrukturen und veränderten Erwartungen potenziell Engagierter.
Tradierte Vereinsstrukturen mit langfristigen Amtszeiten, formalisierten Entscheidungsprozessen und zeitintensiven Präsenzformaten stehen in einem latenten Spannungsverhältnis insbesondere zu den Lebensrealitäten Jüngerer.
Auch traditionelle Rekrutierungsstrategien, die auf persönlicher Ansprache im sozialen Nahumfeld basieren, erreichen jüngere Zielgruppen nur bedingt.
Vor diesem Hintergrund lassen sich mehrere zentrale Ansatzpunkte für die Weiterentwicklung von Engagement in Vereinen identifizieren:
“Die Mischung machts”
Eine stärkere Berücksichtigung unterschiedlicher sozialer, kultureller und biografischer Hintergründe kann dazu beitragen, neue Zielgruppen zu erschließen und die gesellschaftliche Repräsentativität zu erhöhen.
Flexible Engagementformen
Neben klassischen Ehrenamtsstrukturen gewinnen befristete, projektbezogene und weniger formal gebundene Beteiligungsformate an Bedeutung. Diese können insbesondere für jüngere Menschen niedrigere Zugangsschwellen schaffen.
Partizipation und Verantwortungsübernahme
Die Suche von Nachfolgenden für Leitungs- und Führungsposition sollte mit der Abgabe von Macht einhergehen und gezielt Möglichkeiten der Mitentscheidung und Mitgestaltung sowie der schrittweisen Übernahme von Verantwortung eröffnen. Dieses schließt auch neue Formen einer geteilten oder zeitlich begrenzten Übernahme von Leitungs- und Führungsfunktionen mit ein.
Digitalisierung und Kommunikation
Digitale Medien und soziale Netzwerke eröffnen wichtige Zugänge zu engagementbereiten Bürgerinnen und Bürgern. Die bislang vielfach begrenzte Nutzung neuer Medien und sozialer Netzwerke reduzieren Reichweite und Sichtbarkeit von Engagementorganisationen, insbesondere gegenüber jüngeren Zielgruppen.
Kooperation und Infrastruktur
Intermediäre Organisationen, wie Freiwilligenagenturen und Bürgerstiftungen, übernehmen wichtige Funktionen in der Vermittlung, Beratung und Qualifizierung von Engagierten. Sie tragen zur Weiterentwicklung von Engagementstrukturen sowie zur Initiierung von Innovationen bei.
Freiwilliges Engagement ist ein zentraler Bestandteil gesellschaftlicher Integration und demokratischer Teilhabe. Es eröffnet Räume für gesellschaftliche Mitentscheidung und Mitgestaltung, stärkt soziale Netzwerke und trägt zur Bewältigung gesellschaftlicher Aufgaben und Probleme bei.
Angesichts von Transformationsprozessen und Krisenerfahrungen ist davon auszugehen, dass sich die Formen des Engagements und seine Organisationen dynamisch verändern und sich ihrer gesellschaftlichen Umwelt anpassen werden.
Vor diesem Hintergrund kommt Initiativen wie dem NUSSBAUM Award besondere Bedeutung zu. Durch die gezielte Sichtbarmachung innovativer Praxisbeispiele kann der Wettbewerb dazu beitragen, Transformationsprozesse im Vereinswesen zu unterstützen und erfahrungsgesättigtes Orientierungswissen für zukunftsfähige Organisationsentwicklungen bereitzustellen.
Dr. Mareike Alscher, Soziologin, Wissenschaftszentrum Berlin, WZB
Überalterung, Kostendruck und fehlendes Gemeinschaftsgefühl
In einer Studie (2019) über „Überalterung, Kostendruck und fehlendes Gemeinschaftsgefühl“:
„Die Werbung für Mitglieder als auch Engagierte findet sehr auf traditionellen Wegen stattfindet. Ein Mensch in der Leitungsfunktion fragt, hast du nicht Lust oder ein Mitglied sagt, ich bin da Mitglied, möchtest Du nicht auch? Das sind sicher Wege, mit denen bestimmte Erfolge zu erzielen sind. Man muss aber gleichzeitig im Blick haben, junge Leute vernetzen sich heute über das Internet. Die Organisationen allerdings nutzen soziale Netzwerke und Blogs bisher kaum, um auch jugendliche Interessierte anzusprechen. Außerdem bieten sie selten zeitweilige, projektbezogene Mitgliedschaften an.
Man kann darüber hinaussehen, dass, wenn man die Organisationen fragt, was beabsichtigen sie denn mit der Einbeziehung junger Menschen, dass viele Organisationen Wert darauf legen, das Verantwortungsbewusstsein junger Menschen zu stärken, bestimmte Werte wie Solidarität zu vermitteln. Nur knapp ein Drittel sagt, dass wir Leitungs- und Führungskompetenz ausbilden bei den Ehrenamtlichen für die eigenen Organisationen.“
Status quo des Ehrenamts

In Baden-Württemberg engagieren sich überdurchschnittlich viele Menschen ehrenamtlich. Im aktuellen Freiwilligensurvey 2024 liegt die Engagement-Quote bei 40,0 Prozent und damit deutlich über dem Bundesdurchschnitt von 36,7 Prozent. Damit zählt Baden-Württemberg zu den Bundesländern mit besonders hoher Beteiligung – neben Bayern und Hessen, in denen ebenfalls mehr als 40 Prozent der Bevölkerung freiwillig aktiv sind.
Das freiwillige Engagement im Land zeigt sich stabil und tragfähig: Ein Großteil der Engagierten investiert heute wieder Zeit in ehrenamtliche Tätigkeit, fast die Hälfte ist mindestens einmal pro Woche aktiv. Rund 70 Prozent wollen ihr Engagement unverändert fortführen, weitere 10 Prozent sogar ausweiten.
Auffällig ist das darüber hinaus bestehende hohe Engagement-Potenzial: Unter den nicht engagierten Menschen können sich 41 Prozent vorstellen, künftig aktiv zu werden – insbesondere junge Menschen zeigen eine überdurchschnittlich hohe Bereitschaft.
